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Intonation

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Orgelpfeifen Intonation
Neue Orgel Register

Intonation

"Die hohe Kunst der Klanggebung"

Intonation Kirche

Raumakustik

Wie eine jede Orgel ist auch ihr Raum individuell. Oder besser gesagt: Weil jeder Raum individuell ist, so muss es auch die Orgel sein.
Unzählige Faktoren spielen bei der Raumakustik und die daraus resultierende Mensurierung und Intonation für die Orgel eine Rolle. Raumgeometrie, historischer Baustil, Oberflächenmaterial der Wände und Säulen, Deckenkonstruktion und Fenster, Teppiche, Ausstattung, Nachhall und auch die Menschen im Raum tragen zur Entstehung dieser jeden einzigartigen Akustik bei. Nach diesen vielen meist vorgegebenen Kriterien muss die Orgel mit ihrem Gehäuse, ihrer räumlichen Aufteilung und ihrem Pfeifenwerk und -klang angepasst werden.
Optisch kann sich das Kircheninstrument mit seinem Prospektverlauf bewusst in das Gesamtbild eingliedern, unterordnen oder aber auch durch bewusst gegenspielige Elemente und Farben der Raumatmosphäre entgegensetzen. Oftmals entstehen in Zusammenarbeit mit Architekt und Orgelbauer moderne und polarisierende Entwürfe.
Im Sinne der Nachhaltigkeit und aus Respekt vor der Leistung der alten Orgelbaumeister können und sollten aber auch die historischen Prospekte, also die Schauseiten der Orgeln, wiederverwendet und in die neuen Instrumente integriert werden.

Register am Spieltisch

Mensurierung & Klangplanung

Nach den genannten Faktoren und Vorgaben des vorhandenen Raumes kann nun ein Konzept entwickelt werden. Dabei werden neben den Wünschen der Organisten und Orgelsachverständigen auch die Orgelgeschichte der Kirche und die technische Umsetzbarkeit berücksichtigt. Nur ein gezieltes und durchdachtes klangliches und räumliches Konzept bringt lange Freude am Instrument und am Orgelspiel.
Die Disposition, also Registerauswahl für die Orgel, kann grundsätzlich nach den verschiedenen Epochen entwickelt werden, aber auch die umliegende Region und deren Orgelgeschichte kann mit einbezogen werden.
Mit sog. Universalorgeln, welche meistens barocke sowie romantische Klangelemente beinhalten, können der Großteil der Orgelliteratur umgesetzt werden.
Nach Raumgröße und -akustik werden die Mensuren, also Durchmesser der Pfeifen entworfen und aufeinander abgestimmt und mit Erfahrungswerten verglichen. Anhand der Normalmensur von Töpfer lassen sich die Mensuren in Diagrammen darstellen.
Die Mensuren haben einen maßgeblichen Einfluss auf den Registerklang und auf die spätere Intonation.

Intonation Zungenpfeifen

Intonation & Klanggestaltung

Das Herzstück einer jeden Orgelbauwerkstatt ist der Raum für die Intonation. Hier werden die Pfeifen präzise dem entsprechenden Registerklang eingestellt. Flötige Register haben eine weite Mensur, welche einen voluminösen und obertonärmeren Klang erzeugen. Die Prinzipale, meistens die Hauptstimmen in der Orgel, sind zylindrisch geformt. Streicherregister, wie z. B. Gamba, Salicional sind sehr dünn und lang, um einen obertonreichen Klang mit schönem Strich zu erzeugen.
Weiter hat der Intonateur fast unzählige Möglichkeiten, den Klang der Pfeife anzupassen und zu verändern. Die Größe des Fußlochs und der Kernspalte gibt die Lautstärke vor. Die Beschaffenheit des Kerns und Aufschnitt des Labiums entwickeln den Obertonreichtum. Stellung des Labiums und des Kerns zum Wind bedingen die Klangansprache der Pfeife. Jede dieser Stellschrauben muss bei der Intonation berücksichtigt werden und jedes Schräubchen muss bei allen Pfeifen der Orgel angepasst werden und innerhalb des Registers geduldig eingestellt werden. Auch die Materialauswahl hat Einfluss auf den Klang der Pfeife.
Eine gewissenhafte Intonation nimmt also sehr viel Zeit in Anspruch, zahlt sich aber mit einem hörbaren, stimmigen Klangcharakter aus.

Restaurierung Intonation Orgel

Restaurierung & Klangrekonstruktion

Bei historischen und oftmals immer wieder überarbeiteten Instrumenten ist eine detaillierte Einarbeitung und ein Studium der historischen Orgel nötig. Veränderungen am ursprünglichen Gehäuse, eingelagerte Pfeifen und Orgelteile, Schriftstücke und Archivunterlagen und nicht zuletzt der Orgelklang können Aufschluss auf die originale Disposition und deren ursprünglicher Klangcharakter geben. Auch die Intonationsweise wurde im Laufe der Jahrhunderte angepasst, sodass Kernstiche- und fase, Aufschnitte, Pfeifenlängen wieder auf den beweisbaren Ursprung zurückgeführt werden müssen. Dabei muss mit besonderer Vorsicht am Pfeifenwerk gearbeitet werden, um die historische Substanz zu erhalten und zu konservieren. Schriftliche Dokumentationen der durchgeführten Maßnahmen erleichtern für die nachfolgenden Generationen die Arbeit am Orgelwerk.

Intonation Konzeption

Umintonation

Gerade orgelbewegte, neobarocke Instrumente entsprechen nicht mehr der heutigen Klangvorstellung. Durch forcierte Kernspaltenintonation und hochdisponierte Register und Mixturen entsteht ein obertonreicher und in den Klangspitzen oftmals zu spitzer Gesamtklang. Wir intonieren diese Instrumente um, ohne der Pfeifensubstanz grundlegend zu schaden, verringern den Obertonreichtum der "grellen" Register und verleihen dem 16', 8' und 4' Bereich wieder mehr Fülle und Raumvolumen.
Umintonationen:

  • Neusäß St. Ägidius - Gebr. Hindelang - 1958 III/30
  • Neuburg St. Peter - M. Offner jun. - 1988 III/30
  • Pöttmes St. Peter und Paul - M. Offner - 1972 - II/20
  • Stimmung in der Kirche

    Wir machen Stimmung!

    Neben der heute üblichen gleichstufigen Temperierung erfreuen sich mittlerweile auch wieder historische Stimmungen einer wachsenden Beliebtheit. Die verschiedensten Temperierungssysteme verleihen dem Orgelspiel einen weiteren, lebhaften Touch, indem je nach Stimmung manche Tonarten und Akkorde reiner und manche dafür etwas "verstimmter" klingen. Wir stimmen Ihre Orgel gerne nach historischen Vorbildern, soweit es die Pfeifenlängen mitmachen. Zu erwähnen sind bekannte Temperierungen wie Werckmeister, Kirnberger, Silbermann, Valotti oder Neidhardt.

    Neue Orgel Register

    Spezialität Holzpfeifen

    In jede unserer Orgeln verbauen wir außerdem Holzpfeifen aus unserer Werkstätte. Sauber intoniert und aus heimischen Hölzern bereichern sie mit ihrem Klangcharakter eine jede Schreier-Orgel. Haben Sie einen besonderen Wunsch oder bestimmte Vorstellungen, lassen wir nicht locker, bis wir die optimale Lösung gefunden haben. Sei es innenlabierte Flöten oder fundamentale Subbässe.

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